Allgemeines

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Die Ratten, die wir als Haustiere kennen, werden Farbratten (lat.: Rattus norvegicus domesticus) genannt und stammen von den Wanderratten (lat.: Rattus norvergicus) ab, die bereits im 20. Jahrhundert domestiziert wurden. Die Hausratte (lat.: Rattus rattus) hingegen ist kein Haustier, sondern neben der Wanderratte eine weitere wilde Art in der Gattung der Ratten. Sowohl die Wander- als auch die Farbratten sind Rudeltiere, die mind. zu dritt gehalten werden müssen. Eine Einzel- oder Paarhaltung führt zu psychischen und physischen Schäden, weswegen sogar die Ratten im Labor in Gruppen gehalten werden, weil einzeln gehaltene Tiere Depressionen und eine daraus resultierende veränderte Gehirnchemie aufweisen, die bei Medikamentenstudien zu verfälschten Ergebnissen führt. Die Lebenserwartung von Farbratten beträgt 2-3 Jahre.

Ein ganz wichtiger fundamentaler Unterschied zwischen der Farb- und Wanderratte ist die Toleranz gegenüber Umweltbedingungen. Die Domestikation fand überwiegend unter Laborbedingungen statt (20 °C, kein Wind/Luftzug, keine direkte Sonne, kaum belastet mit Krankheitserregern und Parasiten). Deswegen sollten die Bedingungen im Zuhause der Farbratten zu ihren Ansprüchen passen, damit Krankheiten (Schnupfen, Augenschäden, parasitäre Erkrankungen) vermieden werden – v.a. gehören Farbratten nicht nach draußen und/oder in den Garten - auch nicht in einem Freilaufgehege oder auf der Schulter! Hierbei spielt auch noch die Gefahr, dass die Ratten sich erschrecken und von der Schulter springen, eine große Rolle, denn Ratten sind neophobe Beutetiere, die sich in einer ungewohnten Umgebung leicht erschrecken. In der freien Wildbahn überleben Farbratten nicht bzw. nicht lange und sterben i.d.R. nach kurzer Zeit. 

Es gibt Farbratten in verschiedenen Farben (albino/weiß, schwarz, braun, grau, beige), Zeichnungen (Hooded, Husky, Berkshire), Augenfarben (rot, schwarz, dunkelrot, pink) und mit verschiedenen Ohrenformen. Leider legen Züchter oftmals nur Wert auf das Äußere, sodass einige Qualzuchten der Farbratte existieren. Was die Zahmheit und Gesundheit angeht, stehen die Ratten aus dem Tierschutz den Tieren vom Züchter in keinster Weise nach. 

Ratten sind omnivor, d.h. sie sind Allesfresser. Allerdings bedeutet das nicht, dass sie alles fressen dürfen – sie benötigen ein dauerhaft zur Verfügung stehendes ausgewogenes Trockenfutter aus Saaten sowie täglich Gemüse und ab und zu etwas Obst und tierisches Eiweiß. Süßigkeiten oder altes Brot sind nichts für Ratten und können zu Erkrankungen führen. 

Obwohl sich immer noch das Gerücht hält, dass Ratten Krankheisüberträger seien, ist das so nicht richtig. Natürlich können sowohl wilde als auch domestizierte Farbratten Parasiten haben, die in seltenen Fällen auf den Menschen übertragbar sind, jedoch sind die allermeisten Parasiten sehr artspezifisch und völlig ungefährlich für den Menschen. Viel wahrscheinlicher steckt man sich bei anderen Menschen z.B.  in öffentlichen Gebäuden und Krankenhäusern mit multiresistenten Bakterienstämmen an, als dass irgendwas humanpathogenes von einer Ratte oder einem Hund auf den Menschen übertragen wird. Als Vorsichtsmaßnahme vermitteln wir nur Ratten, von denen eine negative Kotprobe vorliegt. V.a. bei Tieren aus Beschlagnahmungen/schlechter Haltung, die unter schlechten hygienischen Bedingungen leben mussten, ist das Risiko höher, dass die Tiere ungebetene Gäste mitbringen. Daher werden entsprechende Hygienemaßnahmen ergriffen bis der Kot der Tiere negativ getestet wurde. Das gilt jedoch nicht nur für Ratten, sondern ebenso für Hunde, Katzen, Vögel und alle weiteren Tiere. Jeder von uns weiß, dass sich auch unter Menschen Krankheiten schnell ausbreiten, wenn diese unter schlechten Bedingungen leben müssen. Und so wie es den Menschen im Dreck nicht gut geht, so geht es auch den Tieren inkl. Ratten nicht im gut im Dreck: Ratten sind sehr reinliche Tiere, die sich unglaublich oft putzen und sogar ihr Geschäft in Toiletten verrichten, sofern man diese anbietet. 

Die aktiven Phasen der Ratten sind hauptsächlich in der Dämmerung und nachts. Wer bei Geräuschen durch Rangeleien oder Trinken an einer Nippeltränke nicht gut schlafen kann, sollte den Rattenkäfig also nicht ins Schlafzimmer stellen. Dennoch passen sich Ratten an den Rhythmus ihrer Menschen an: wenn es immer schon um 17 Uhr Auslauf gibt, dann stehen die klugen Fellnasen auch pünktlich um 17 Uhr am Gitter und möchten raus.

Für Kinder sind Farbratten wahrscheinlich die Nager, die am besten geeignet sind, denn anders als Meerschweinchen oder Kaninchen, Hamster oder Mäuse, können Farbratten so zahm werden, dass sie den Kontakt zum Menschen aktiv suchen und sich v.a. auch gerne greifen lassen. Es sind keine reinen Beobachtungstiere und man kann sich mit ihnen beschäftigen, mit ihnen spielen und kuscheln. Wobei die meisten jungen Ratten allerdings noch keine Lust auf Kuscheln haben - die brauchen Action und möchten die Gegend erkunden und auf ihren Menschen rumklettern. 

Käfig

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Der richtige Käfig

Ein artgerechter Käfig für Farbratten besitzt eine Grundfläche (Langge x Breite) von min. 0.5 m²; beispielsweise 100x50, 90x56 oder 80x65 cm, wobei die längere Seite nicht kürzer als 80 und die kürzere Seite nicht kürzer als 50 cm sein darf. (Eine Grundfläche mit 80 x 50 cm ergibt nur 0.4 m² und ist damit nicht ausreichend!) Zu betrachten sind die Innen- und nicht die Außenmaße.
Die Höhe sollte bei mindestens 1 m liegen. Außerdem muss min. eine Volletage vorhanden sein, sodass zweimal min. 0.5 m² Lauffläche entstehen. Volletagen sind wichtig, denn Ratten brauchen Lauffläche und keinen leeren Luftraum, den sie nicht nutzen können. Eine Volletage ist so groß wie die Grundfläche des Käfigs, d.h. eine Volletage hat die gleiche Länge und die gleiche Breite wie der Käfig. Beispielbilder dafür, wie ein Käfig mit Volletagen aussieht, findest du unten. Da Ratten nie tiefer als max. 50 cm fallen dürfen, sollte alle 30-50 cm eine Volletage verbaut sein. Völlig ungeeignet sind Aquarien/Terrarien, auch wenn ein Gitteraufsatz vorhanden ist. Der Urin der Ratten enthält viel Ammoniak, das sich in Glaskästen staut und zu Verätzungen der Atemwege führen kann. Auch bei Selbst-/Schrankumbauten muss daher darauf geachtet werden, dass min. zwei Seiten des Käfigs luftdurchlässig sind, damit eine ausreichende Luftzirkulation für das Abdampfen des Ammoniaks gegeben ist. Hierbei empfiehlt es sich, selbstgebaute Käfige aus Holz mehrfach mit ungiftigem Sabberlack/Spielzeuglack (DIN EN 71-3) zu lackieren, da ein Käfig aus unbehandeltem Holz nur schlecht gereinigt werden kann und man ihn nach kurzer Zeit entsorgen müsste. 

Für wie viele Ratten ein Käfig genau geeignet ist, kann man sich unter http://www.cagecalc.de/advanced.py?lang=ger&conf=rats einfach ausrechnen lassen. Man sollte allerdings nicht die gesamte angegebene Anzahl an Ratten ausreizen.
Ganz unten findest du Beispielbilder von artgerechten Käfigen.


Beispiele für artgerechte Käfige sind:

 - Savic Suite Royal 95 Double

 - Savic Suite Royal XL
 - Nagerkäfig Maximus

 - more4birds Voliere Darwin

 - Kaskadendöme

 - Ferplast Furet Tower

Einrichtung

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Die Einrichtung 

Pro Ratte sollte ein Häuschen + 1 zur Verfügung stehen - für ein Rudel von 4 Ratten müssen also 5 Häuschen vorhanden sein. Es empfiehlt sich, die ganze Einrichtung aus Plastik anzuschaffen oder alternativ alles aus Holz mit ungiftigem Spielzeuglack (DIN EN 71-3) zu lackieren, denn das erleichtert die Reinigung. Parasiten wie Milben oder Würmer können immer mal vorkommen, auch wenn die Ratten nie draußen waren und zuvor parasitenfrei waren, und dann muss man die Einrichtung und den Käfig desinfizieren. 

Da Ratten reinliche Tierchen sind, kann man Toiletten in die Käfigecken stellen, die die Ratten i.d.R auch benutzen. Diese können mit staubarmem Streu/Hanfstreu, Holzpellets oder Maisgranulat befüllt werden. Die Etagen können mit Zeitung oder kleinen Teppichen (Ikea, Kik) bedeckt werden. Zeitung ist ein super Nistmaterial, das die meisten Ratten gerne schreddern und ihre Schlafplätze damit polstern. Die Druckertinte auf Zeitungen ist unbedenklich. 
Um das Nagebedürfniss zu befriedigen, kann man Nagerhölzer, Äste von ungespritzen Obstbäumen und Haselnusssträuchern oder Hasel- und Walnüsse anbieten.

No-Gos

  •  Laufrad --> schädigt bei Benutzung die Wirbelsäule der Ratten
  •  Sandbäder --> sorgen nur für stumpfes Fell und werden von Ratten nicht benötigt, feine Stäube können Reizungen und Geschwüre in dene unteren Atemwegen hervorrufen
  •  Gittertreppen/-etagen --> führen bei Benutzung zu Geschwüren an den Füßen (Bumblefeet)
  •  staubendes Streu/Heu/Stroh --> die Atemwege der Ratten sind sehr empfindlich gegenüber Staub
  • Salzlecksteine --> die viel zu hohe Menge an Mineralien schadet den Ratten, sie werden über das Trockenfutter, Gemüse und Trinkwasser ausreichend mit Salzen versorgt

Auslauf

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Der Auslauf

Ratten brauchen täglich min. eine Stunde Auslauf in einem rattensicheren Bereich, der min. 4 m² groß sein sollte, damit sie auch mal größere Strecken am Stück rennen können. Dafür kann beispielsweise das Badezimmer oder ein extra abgetrennter Bereich im Zimmer genutzt werden. Da manche Ratten Tapeten, Türrahmen oder Fußbodenleisten annagen, sollte man diese z.B. durch eine Absperrung rinsgrum schützen. Die Absperrung sollte ca. 1 m hoch sein, damit auch springfreudige Ratten, die auf einem Häuschen stehen, die Absperrung nicht überwinden können. Achtung: "ausbruchsicher" kennen die meisten Ratten nicht, daher sollte man sie beaufsichtigen oder zumindest regelmäßig nachschauen, ob sie nicht doch die ganze Wohnung als Auslaufbereich nutzen wollen. 
Kabel, Steckdosen oder giftige Zimmerpflanzen sollten selbstverständlich nicht zugänglich sein. 
Damit der Auslauf für die Ratten interessant ist, sollte man ihn mit Röhren, Häuschen, Intelligenzspielzeugen und einer Buddelkiste ausstatten. Als Füllung der Buddelkiste eignen sich Papierschnipsel oder Terrarienerde. Normale Blumenerde enthält meist ungesunde Zusatzstoffe und sollte daher nicht verwendet werden. Ein Kratzbaum für Katzen wird gerne zum Klettern genutzt, dieser sollte aber nicht höher als 50 cm sein, damit die Ratten wie auch im Käfig nicht tiefer als max. 50 cm fallen können. Es drohen sonst schwere oder tödliche Verletzungen beim Sturz.

Ernährung

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Egal, ob Hund, Katze, Ratte oder Mensch - die Ernährung spielt eine große Rolle. Eine schlechte/falsche/nicht artgerechte Ernährung führt unweigerlich früher oder später zu gesundheitlichen Problemen. Wenn uns Menschen Nährstoffe fehlen oder wir zu viel von etwas zu uns nehmen, geht es uns schlecht und wir gehen zum Arzt. Durch zig verschiedene diagnostische Möglichkeiten können bestimmte Mängel oder Überdosierungen ausfindig gemacht werden und wir können darauf reagieren. Außerdem wissen wir doch eigentlich auch, was gut für uns ist - was wir täglich brauchen und was wir in Maßen genießen sollten. Wir wissen, dass wir täglich Gemüse essen sollten, nicht so viel Zucker, nicht so viel Fett, nicht so viel Fleisch. Wir wissen, dass künstliche Geschmacksverstärker und zu viel Salz nicht gut sind. Und was ist mit der Ratte? Sie weiß leider nicht, was gut und was schelcht für sie ist. Sie weiß nicht, dass altes Brot zu Bauchweh führt. Sie weiß nicht, dass sie jeden Tag frisches Gemüse braucht und kann es sich nicht selbst holen. Sie weiß nicht, dass ganz viel getrocknetes Gemüse wegen des sehr hohen Mineraliengehaltes letztendlich sogar zum Tod führen kann - es ist doch so lecker! Zum Glück hat die Ratte, wenn sie als Haustier gehalten wird, aber ihren Menschen, der ihr das zu essen geben kann, was sie braucht, und ihr das verwehrt, was ihr schadet. Es ist wichtig, sich darüber Gedanken zu machen, was den Ratten schadet, denn sie kann es uns nicht sagen, wenn es ihr schlecht geht, und zeigt es uns nicht. Ratten sind Beutetiere, die keine Schwäche zeigen bzw. erst, wenn es ihnen schon sehr schlecht geht, und auch die diagnostischen Möglichkeiten fehlen, um eine Mangelerscheinung oder Überdosierung eindeutig zu identifizieren. Da kann man sich aber auf die jahrelangen Erfahrungsberichte und Erkenntnisse aus der Wissenschaft verlassen. 

 

Trockenfutter

Ein artgerechtes und ausgewogenes Trockenfutter muss den Ratten 24 h am Tag zur Verfügung stehen. Leider sind die meisten im Handel erhältlichen Fertigfuttermischungen für Ratten denkbar ungeeignet. Die einzigen beiden Sorten, die wirklich empfehlenswert sind, sind das Tima Rattima und Vilmie (beide nur online erhältlich). Diese Sorten enthalten alles an Nährstoffen, was Ratten brauchen und auch nicht zu viel davon. Getrocknetes Gemüse und getrocknete Kräuter/Blüten gehören nicht ins Rattenfutter, da der extrem hohe Mineraliengehalt bzw. eine dauerhaft zu hohe Mineralienzufuhr zu Ablagerungen in den Harnwegen führen kann, welche im schlimmsten Fall auch ein Nierenversagen mit sich ziehen können.  (Diese Information resultiert aus dem Vergleich der üblicherweise im Handel erhältlichen Fertigfuttersorten mit den Nahrungsansprüchen der Ratte anhand von Fachliteratur und der Betrachtung der toxischen Werte bestimmter Stoffe.)

Möchte man es ganz optimal gestalten, kann man das Trockenfutter auch selbst mischen. Allerdings ist es wenig zielführend, einfach irgendwelche Zutaten zusammen zu mischen, denn damit wäre nicht gewährleistet, dass die Ratten wirklich alles an Nährstoffen bekommen, was sie benötigen. 

Hier werden zwei Rezepte vorgestellt, die anhand von Fachliteratur errechnet wurden. Körner können auch durch Flocken ersetzt werden. Die analytischen Bestandteile findet ihr auf der Infoseite der Notrattenhilfe Bielefeld und Umgebung unter dem Punkt "Ernährung".  http://www.info.notrattenhilfe.de

Wer Probleme mit den Angaben in % hat: wenn man 10 kg / 10000 g  insgesamt mischen möchte, dann bedeuten beispielsweise 7 % Buchweizen 700 g Buchweizen und 15 % Hafer bedeuten 1500 g / 1.5 kg Hafer. Anders erklärt: 7 % bedeutet nichts anderes als "7 von 100": 

  • bei 100 g sind 7 % 7 g
  • bei 1000 g (1 kg) sind 7 % 70 g
  • bei 10000 g (10 kg) sind 7 % 700 g 


Bielefelder Rattenfutter

4 % Sonnenblumenkerne                     
5 % Rosinen                                            
5 % Mais                                                  
5 % Mohn                                                
5 % Hanfsamen                                      
7 % Buchweizen                                     
9 % Dinkel                                               
15 % Weizen                                            
15 % Roggen                                           
15 % Hafer                                               
15 % Reis    

Tanjas Rattenfutter                                             

2 % Sonnenblumenkerne
3 % Mohn  
4 % Hanfsamen 
5 % Rosinen
5 % Soja    
5 % Sesam     
5 % Mais   
7 % Hafer           
7 % Buchweizen    
12 % Reis      
15 % Dinkel 
15 % Roggen  
15 % Weizen                         

Gemüse / Obst / Kräuter

Zusätzlich zum Trockenfutter gehört Gemüse auf den täglichen Speiseplan. Hin und wieder auch etwas Obst und frische Kräuter. Beispielsweise können gefüttert werden: Gurke, Zucchini, Speisekürbis, Tomate, Paprika, Möhren, Pastinake, Petersilienwurzel, Mais, Chicorée, Eisbergsalat, Feldsalat, Fenchel (gekocht), Sellerie, Steckrübe, Kohlrabi, Brokkoli (Kohl langsam anfüttern und nur wenig geben), Apfel, Birne, Melone, Mango, Banane. Ein ausführlichere Liste findet ihr unter: http://www.info.notrattenhilfe.de


No Gos

  • altes Brot (Backtriebmittel und Salz sind schädlich)
  • Süßigkeiten (schlecht verdaulich, unnatürlich hoher Zuckergehalt)
  • sehr säurehaltige Lebensmittel
  • Käse oder andere Produkte in Salzlake (Salz ist schon in relativ kleinen Mengen schädlich)
  • laktosehaltige Produkte (i.d.R sind alle erwachsenen Säugetiere laktoseINtolerant, weswegen Laktose zu Magen-Darm-Beschwerden führt; die Laktosetoleranz beim Menschen resultiert aus einer Mutation, die sich als Vorteil erwiesen hat)
  • Zwiebelgewächse
  • Zitrusfrüchte
  • rohe Kartoffeln, rohe Hülsenfrüchte
  • Kastanien
  • Kerne/Steine von z.B. Apfel, Birne, Kirsche, Mango

Im Zweifel lieber nicht füttern, um den Tieren nicht versehentlich zu schaden. 

... zum Thema Salz

Dass Salz tatsächlich so schädlich ist, kann sogar in einer offiziellen chemischen Datenbank nachgelesen werden. So liegt der LD50 (Dosis, bei der 50% der Tiere gestorben sind) für Natriumchlorid/Kochsalz bei Ratten bei 3g/kg Körpergewicht (Quelle: http://gestis.itrust.de). Für ein ausgewachsenes Weibchen (333 g Körpergewicht) heißt das, dass schon 1 g Kochsalz mit 50 %iger Wahrscheinlichkeit tödlich ist.

Integration

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Anmerkungen: Das im Folgenden beschriebene Vorgehen ist nur eine grobe Anleitung, an die man sich aber unbedingt halten sollte. Bei den Details gibt es durchaus einen gewissen Spielraum, da alle Ratten unterschiedliche Charaktere haben. Bei Fragen kannst Du dich immer gerne bei uns melden. Andere Methoden wie Blitz- oder Transportboxintis haben schon zu häufig zu stark traumatisierten Ratten oder gar zu Todesfällen geführt. Du solltest keine Angst vor einer Integration haben, aber beherzigen, dass Ratten sehr territoriale Tiere sind, die ihre Rangordnung ausfechten müssen und dafür brauchen sie Zeit. Man darf die Teilnehmer keinesfalls mit zu langen Treffen überfordern oder gar einfach zusammen in einen Käfig setzen. 


Während der Zeit der Treffen musst du unbedingt die ganze Zeit anwesend sein, um evtl. eingreifen zu können, wenn es brenzlich wird. Außerdem musst du das Verhalten deiner Ratten gut im Auge haben, um es richtig zu deuten können. 


Vorbereitungen vor dem ersten und allen weiteren Treffen: Checkliste


o  alle Ratten, die an der Integration teilnehmen sollen, sind älter als 10 Wochen (Ausnahme „Babyinti“, s.u.)


o  alle Parteien sind in unterschiedlichen Käfigen untergebracht


o die Käfige der verschiedenen Parteien stehen in verschiedenen Räumen bzw. so weit wie möglich voneinander entfernt


o  ein neutraler Bereich ist hergerichtet (ca. 0.5 m² groß, ohne Einrichtung, ohne Futter), in dem noch keine der Ratten war: z.B. Badezimmer, Dusche, Badewanne


o  dicke Handschuhe und eine Spritzflasche mit Wasser sind in Reichweite um im Notfall die Ratten schnell trennen zu können


o  ein rattenkundiger Tierarzt ist für Notfälle erreichbar


Schritt 1: neutraler Bereich


  • die Ratten werden alle zusammen für wenige Minuten (ca.  5 min) in den neutralen Bereich gesetzt


  • borsteln, boxen, treten sind normale Verhaltensweisen; solange keine Verletzungen entstehen, kann die Zeit täglich etwas gesteigert werden; die Zeit der Treffen sollte davon abhängig gemacht werden, wie viel Aufregung und Streitereien vorherrschen


  • klappt es einige Zeit ohne großartige Kämpfe, kannst Du ein großes Häuschen oder einen Pappkarton mit zwei Ausgängen und Futter reinstellen


  • die Treffen im neutralen Bereich sollten mindestens über 7 Tage durchgeführt werden; wenn die Ratten 3-4 Stunden am Stück mit Häuschen und Futter gut auskommen (kein borsteln mehr, keine/kaum Streitigkeiten, zusammen kuscheln, entspannter Umgang miteinander), kannst Du zu Schritt 2 übergehen


! Solange immer noch die Rangordnung geklärt wird und die Ratten unentspannt sind, müssen die Treffen im neutralen Bereich fortgeführt werden


Schritt 2: gemeinsamer Auslauf


  • die Ratten werden beim ersten Treffen im gemeinsamen Auslauf ebenfalls wieder für nur wenige Minuten zusammengesetzt


  • genau wie bei Schritt 1 wird die Dauer der Treffen abhängig vom Verhalten der Ratten täglich gesteigert bis es 3-4 Stunden am Stück klappt; sind die Teilnehmer alle entspannt, kannst Du zum letzten Schritt übergehen; am besten ziehen die Ratten nach einem 3-4-stündigen Treffen zusammen


! Solange immer noch die Rangordnung geklärt wird und die Ratten unentspannt sind, müssen die Treffen im gemeinsamen Auslauf fortgeführt werden. Sollten Verletzungen entstehen, müssen die Treffen wieder in den neutralen Bereich verlegt werden. 


Schritt 3: Zusammenzug in den Käfig


  • der Käfig (inkl. aller Einrichtungsgegenstände), in den alle Ratten zusammenziehen sollen, muss sehr gründlich gereinigt werden


  • am besten stellt man die Einrichtung um und auch den Futternapf an eine andere Stelle


  • nachdem die Ratten alle im Käfig sind, solltest Du sie gut beobachten; es kann sein, dass sie sich nochmal streiten, da der gemeinsame Käfig wieder eine neue Situation darstellt. Sollten sie sich verletzen, müssen die Parteien wieder getrennt werden. Eine genaue Beobachtung des Verhaltens und tägliche „Inspektion“ der Tiere ist noch 1-2 Wochen nach dem Zusammenzug ratsam


"Babyiniti"

Bei Jungtieren, die weniger als 10 Wochen alt sind, gestaltet sich eine Vergesellschaftung wesentlich einfacher, da die Kleinen noch kein Revierverhalten entwickelt haben. Vereinzelt kommt es vor, dass frühreife Babys bereits mit einem Alter von 8-9 Wochen ein Revierverhalten besitzen, daher sollte man auch so junge Ratten nicht einfach zusammen in einen Käfig setzen. Bei einer Babyinti wird ein neutraler Bereich ohne Futter und Häuschen eingerichtet. Dort treffen sich die Babys zum ersten Mal und können sich beschnuppern. Wenn alles gut läuft, können ein Häuschen und Futter hinein gestellt werden. Das Treffen sollte ca. 1 h dauern. Verläuft das ohne Probleme (spielerisches Verhalten, keine Revierkämpfe), dann können nach diesem einmaligen Treffen alle zusammen in einen frisch gereinigeten Käfig ziehen.

! Sollte bei auch nur einem der Teilnehmer ein territoriales Verhalten beobachtet werden, was bei älteren Babys ab 8 Wochen passieren kann, dann sollten die Ratten getrennt und konventionell wie oben beschrieben integriert werden, sobald alle Teilnehmer älter als 10 Wochen alt sind. 

Savic Suite Royal XL

Savic Suite Royal XL

Selbstbau

Selbstbau

Nagerkäfig Maximus

Kaskadendom UST4

Kaskadendom NET2

more4birds Voliere Darwin